Dass wir uns einen zweiten Lockdown in der Schweiz nicht leisten können, hört und liest man zur Zeit von vielen Politikern und Wirtschaftsvertretern. Wie so oft gehen solch pauschale Aussagen an der Realität vorbei. Denn die Frage ist nicht ob sondern zu welchem Preis wir es uns leisten können.
Vor neunzig Jahren prognostizierte der britische Ökonom John Maynard Keynes in seinem Aufsatz über die Economic Possibilities for our Grandchildren, dass wir im Jahr 2030 nur noch drei Stunden pro Tag arbeiten müssen, obwohl sich unser Lebensstandard bis dahin vier bis acht Mal höher sein werde. Aber wieso arbeitet man in der Schweiz durchschnittlich noch immer 6.4 Stunden pro Tag?
Einer der Gründe dürfte in der hedonistischen Adaption liegen. Die besagt, dass wir uns sehr schnell an Neues gewöhnen und unser Smartphone, die Reise nach Thailand oder unser Automobil als unentbehrlich wahrnehmen. Keynes konnte sich schlicht nicht vorstellen, in welchem Luxus der heutige Durchschnittsbürger lebt. Und um diesen Luxus zu finanzieren, müssen wir mehr als drei Stunden pro Tag arbeiten.
Dies bringt uns zurück zur Frage, welchen Preis wir als Gesellschaft bereit sind für die Eindämmung der Pandemie zu bezahlen.
Zudem wirft es die Frage auf, welchen Preis du für den Luxus bezahlst, den du als notwendig erachtest.